Saunaliegen als Allgemeingut

Im RUHEraum: „Entschuldigung!“ – „Ja.“ –„Sie liegen auf meiner Liege.“ – „Achso. Hier war niemand.“ – „Ja, aber hier lag ja mein Handtuch.“

Nun folgt eine Diskussion, die unter anderem den Hinweis beinhaltet, dass es nicht gestattet sei, Liegen zu reservieren. „Ich habe die Liege ja nicht belegt, ich war nur kurz in der Sauna.“ Aha!

Natürlich fühle ich mich als Liegende im Recht. Steht ja an der Tür für jeden. So wie übrigens auch die Liegen für JEDE*N da sind. Von ca. 25 Liegen sind ungefähr sieben mit Menschen besetzt, der Rest mit Handtüchern von Leuten, die „nur mal kurz in der Sauna“ sind. Klar, wir sind ja hier auch in einer Sauna…

Lösungsvorschlag: Würde niemand eine Liege mit einem Handtuch besetzen, hätte jeder, der reinkommt, einen Platz! Ganz einfach. Für Handtücher, Taschen usw. gibt es Regale. Für Menschen gibt es ausreichend (!) Liegen.

Wo ist also das Problem? Offenbar herrscht verbreitet die Ansicht, dass jeder Gast für die Dauer eines Aufenthaltes Anspruch auf genau eine Liege hat. Auch wenn er diese Liege nur für einen Bruchteil (über den prozentualen Zeitanteil fehlen Studien) benötigt, sieht er sich jedoch dazu veranlasst, die Liege für die Zeit seines GESAMTEN Aufenthaltes zu beanspruchen.

Woher dieser Gedanke? Also die Anderen machen das ja auch. Wenn ich keine Liege besetze, finde ich vielleicht nachher keine, weil ja alle anderen auch eine besetzen.

Was passiert, wenn ich keine Liege besetze und dann erst in den Ruheraum komme, wenn ich  wirklich eine Liege brauche, infolge der Handtücherflut auf den Liegen dazu gezwungen bin, ein Handtuch zusammenzufalten und zur Seite zu legen, sieht man oben…

Die Dame ist permanent davon überzeugt, dass sie einen Anspruch auf genau diese Liege hätte und zwar jetzt. Ich könne mir ja eine andere suchen. Da ich aber liegen bleibe (es geht ja auch ein bisschen um’s Prinzip), steigert sich ihr Unmut. Sie ist felsenfest der Überzeugung, sie sei im Recht. Tja, schlussendlich siegt die Schwerkraft, nicht der Verstand. Ich bleibe liegen, fühle mich aber deutlich um meine Entspannungsphase gebracht. Da müssen noch zwei Saunagänge folgen, zwischen denen ich meine Sachen natürlich ins Regal räume, um Platz für andere Gäste zu machen.

Sind wir nun Egoisten aus tiefstem Herzen? – Eine Liege für mich allein und möglichst die Schönste und Bequemste! Oder sind wir soziale Wesen? – Saunaliegen als Allgemeingut! Alle Liegen für alle. Es sind doch ausreichend Liegen da, wenn wir sie uns teilen. In Zeiten von „Carsharing“ und „Foodsharing“ stellt sich die Frage, was wir wirklich für uns alleine besitzen müssen. Wie lange steht ein Auto auf dem Parkplatz und wie lange brauche ich es wirklich? Wie viel von den Lebensmitteln, die ich kaufe, werfe ich weg? Können wir noch nicht mal in der Sauna unsere Liege teilen, wenn wir sie gerade nicht benötigen? Am Ende steht doch keine Verlust, sondern ein zwischenmenschlicher Gewinn. Wenn keiner eine Liege blockieren würde, hätte jeder Platz! Darum geht mit gutem Beispiel voran und tragt den Gedanken hinaus in die (Sauna)welt! Saunaliegen als Allgemeingut! SAUNALIEGENSHARING!!

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